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Kulinarische Herbstreise um den Untersee

Schlemmen, wo der Zwiebelkult zu Hause ist

Es ist Erntezeit am deutsch-schweizerischen Untersee, dem kulinarisches Eldorado der Bodenseeregion. Hier reihen sich unzählige Obst- und Gemüseplantagen aneinander, die Bodenseefischer bringen zudem ihren Fang meist direkt in die Restaurants im Umland. Die Höri-Bülle, die einheimische Zwiebelsorte, sorgt diesen Herbst nicht nur durch ihr eigenes Fest für Furore und bei den Felchenwochen gibt es weit mehr als nur diese eine Sorte Bodenseefisch zu probieren. Wer den Untersee von seiner köstlichsten Seite kennen lernen will, kann unmöglich alles kosten. Bei der Auswahl hilft die Broschüre „Genuss Pur - eine Handvoll Untersee", hier sind die wichtigsten kulinarischen Angebote zusammengefasst.

Wo die Zwiebel „Bülle" heißt

Es ist nicht weniger als eine kulinarische Heiligsprechung. Die Höri Bülle, eine rote Zwiebelsorte vom Untersee, hat gerade von der EU das Gütezeichen „geschützte geografische Angabe" verliehen bekommen. Damit steht sie in einer Reihe mit Schwarzwälder Schinken, Spreewaldgurken oder Nürnberger Lebkuchen. Nirgendwo anders dürfen die eher milden Zwiebeln produziert werden - und das beste Büllebrot wird deswegen auch direkt auf der Bodensee-Halbinsel verkauft. Nachdem die EU jetzt ihre Einzigartigkeit mit Brief und Siegel bestätigt hat, wird beim traditionellen „Büllefescht" dieses Jahr besonders ausgelassen gefeiert. Am 5. Oktober werden in der Ortschaft Moos alle Winkel genutzt, um die zum Teil weit angereisten Zwiebelfreunde zu bewirten.

Zopf oder Geist als Souvenir

Zwischen den Bauernhäusern werden für die Region typische temporäre „Besenwirtschaften" eingerichtet, mancher Bodenseebewohner schwört, dass es hier den besten Zwiebelkuchen überhaupt zu kaufen gibt. An den über 40 (natürlich mit Zwiebeln dekorierten) Ständen bieten die örtlichen Vereine auch Büllesuppe und Büllebrot an. Beliebt ist außerdem die Bülledünne, eine regionale Variante des Flammkuchens. Auch roh oder gegrillt begeistert die Bülle ihre Fans. Als Verdauungsschnaps eignet sich nichts besser als ein Gläschen Büllegeist. Der neu ersonnene Zwiebelschnaps hat einen edlen Vater - Christoph Keller von der Schnapsbrennerei Stählemühle bestätigte der Feinschmecker-Guide Gault Millau „sensationell hochwertige Destillate". Wer von der Bülle nicht genug bekommen kann, kauft einen Büllezopf. Die kunstvoll geflochtenen Zwiebelgebinde wurden schon auf dem ersten Büllefest 1976 verkauft.

Back to basics: Pilgermahl am Untersee

Die Unterseeregion war bereits im Mittelalter eine Kornkammer, Obst und Gemüse wurden angebaut, auch Weinbau gab es damals schon. Als kulinarisches Angebot zum Jubiläum „600 Jahren Konstanzer Konzil" können sich Gäste in ausgesuchten Restaurants seit dieser Saison ein Pilgermahl bestellen. Dabei erwartet sie keinesfalls eine karge Mahlzeit. Die einzigen Vorgaben für die Küche: Alle Zutaten bis auf die Gewürze kommen aus der Region und wurden schon zur Konzilszeit verwendet. Kartoffeln oder Tomaten kommen dabei übrigens nicht auf den Tisch, denn diese Zutaten gab es 1414 in Europa nämlich noch nicht. Die Weingüter Vollmayer und Rebholz haben jeweils einen eigenen Pilgerwein gekeltert, einen Weißweincuvée aus klassischen Burgundersorten und einen Gaienhofener Rosé. Beide passen perfekt zum Pilgermahl.

Bodenseefisch in der Hauptrolle

Wenn die Gastronomen am Untersee die Felchenwochen ausrufen, dann ist Bodenseefisch Trumpf auf den Tellern. Dieses Jahr machen vom 15. September bis 12. Oktober 31 renommierte Restaurants auf der deutschen und der schweizerischen Seeseite mit. Damit sind es so viele wie nie zuvor, die sich vorgenommen haben, Fische aus heimischem Gewässer in all ihren geschmacklichen Facetten zu präsentieren. Der Felchen - in der Schweiz als Almeli bekannt - kommt genau wie seine Kollegen Kretzer, Hecht, Karpfen und Saibling fangfrisch auf den Tisch. Am deutschen Ufer kostet das Menü 23 Euro und in der Schweiz 35 Franken.

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Lucia Kamp

Geschäftsführerin

Tel. +49 (0) 7735 91 90 55
lucia.kamp@bodenseewest.eu